Dünenmeer in Wahiba Sands

Wer in Muskat landet fährt durchs Gebirge oder an der Küste entlang, an den Wadis vorbei, runter in die bekannteste Wüste Wahiba Sands. 180km lang und 80km breit gibt es hier am oberen Bereich etliche Übernachtungsmöglichkeiten. Einfallstor ist der Ort Bidiya. Hier gibt es zwei Tankstellen, eine davon mit Luftpumpe für die Autoreifen und einige Cafés, Bistros und Restaurants.
Über Al Raka fährt eine Art Hauptstraße in die Wüste hinein. Wie ein breiter Highway ohne Spurenbegrenzung oder festgelegter Fahrtrichtung brettern die großen SUVs hier in die Wüste - Dune Bashing inklusive! Hier kann man sich austoben. Die meisten Camps liegen entlang dieser “Hauptstraße” ebenso die Aktivitäten wie Buggy fahren oder Sandboden. Entsprechend laut ist es in den Dünen.
Über Al Hawiyah fahren wir in die Wüste zu unserem Camp. Eine schmale aber umso spektakulärere Einfahrt in die Wüste bietet sich uns hier auf der wir auch prompt an der ersten Anhöhe steckenbleiben, denn unser Vordermann fährt etwas zu langsam. Langsam ist im Sand eher schlecht.…

Nördlich von Bidiya liegt das Wadi Bani Khalid, absolut einen Besuch Wert!

Wahiba Sands

Nach drei Tagen Nizwa haben wir das Gefühl, wir wollen Ruhe. Also ab in die Wüste!
Wir buchen zwei Nächte im Desert Wonders Camp. Unsere Unterkunft fragt uns, ob wir abgeholt werden müssen oder ob wir ein Allradauto haben. Wir haben Allrad und fahren selbst. Abgeholt werden wir trotzdem, aber kostenlos: es gibt einen Meetingpoint ab dem wir unserem Host hinterher fahren werden. Vorsichtshalber fragen wir nach “müssen wir die Luft aus den Reifen lassen?” - nein, nicht nötig, meint er. Hm, aber wir sind so viel zu früh in Bidiya kurz vor dem Meetingpoint, dass wir entscheiden, wir lassen doch etwas Luft raus und drehen kurzerhand auf der Straße um. Immer, also wirklich immer, wenn man den Anschein erweckt man hätte keine Ahnung wohin, also zum Beispiel bei einem U-Turn auf der Straße, dann hält jemand an und fragt ob er helfen kann. Nein, nein, sagen wir, wir brauchen keine Hilfe. Wollt ihr in die Wüste? Ja, aber wir haben alles schon gebucht. Ja, aber dann müsst ihr die Luft rauslassen. Ja, nein, eigentlich nicht wurde uns gesagt, aber wir wollten grade zur… Ich helf´ euch! Puh, ok, wir sind eh zugeparkt von ihm, drum rum fahren wäre ziemlich dreist, also was solls. Wir lassen uns mitten auf der Straße am Rand helfen, sprich, die Luft aus den Reifen machen. Er spricht gebrochen englisch, macht uns aber klar, dass wir unbedingt mit platten Reifen fahren müssen, weil sonst bleiben wir stecken (Spoiler: wir bleiben auch mit platten Reifen fast stecken) und wenn wir noch irgendwie Hilfe brauchen, sollen wir uns melden! Trinkgeld - will er keins. Gut. Reifen platt, Zeit totgeschlagen, gelacht auch - hat sich also gelohnt! Wir treffen uns am Meetingpoint um 15.30 und fahren unserem Host hinterher. Die “Straße” ins Camp ist ziemlich sandig und hügelig und super schön!
Unser Camp ist ebenfalls schön und das Zelt wunderschön! Für den Abend haben wir direkt die Wüstentour gebucht. Er sagt, es dauert 30 Minuten, kostet pro Person 30€. Es dauert 2 Stunden. Und nach einer Stunde ist es so kalt, dass ein T-Shirt für mich schon wirklich zu wenig ist… Er fährt mit uns zu den Kamelen, die ich füttern darf - Babykamel inklusive! Dann gibts ein paar Dünenfahrten und am Ende einen Spaziergang, Sonnenuntergang und Lagerfeuer. Wundervoll. Wirklich. Aber kalt.

Den Tag genießen wir - im Schatten. Morgens und Abends kann man die Dünen erklimmen, sieht jede Menge Kamel-Köttel und ein paar einzelne Kamele herumstreunern. Und man sieht Sand!

Am Abend findet sich ein weiteres Paar ein - vom Tegernsee! Wie toll, wir genießen den gemeinsamen Abend beim Essen. Endlich mal Gesellschaft! Auch die Beiden freuen sich genau darüber: Gesellschaft. Bisher waren wir alle überall alleine… Andrea fragt uns, wie wir die Unterkünfte finden. So lala, antworten wir. Irgendwie sind sie im Vergleich zu den Lebenserhaltungskosten, sprich essen gehen und Souvenirs kaufen 🤭, ziemlich teuer. Das findet sie auch.
Wir sprechen auch über unser wunderschönes Zelt hier im Camp - und darüber, dass auch bei ihnen das Bett vollständig in Plastik eingepackt ist. Wegen Ungeziefer, fragen wir uns.. Andrea fragt einen Angestellten. Die Antwort: ahhh, das haben wir vergessen! Ahja, aber bezogen wurden die Betten ausführlich, nämlich nicht mit einem passenden Laken, sondern mit insgesamt 3 unpassenden Laken; eins quer und zwei längs. Insgesamt liegt man so halt dann doch auf Plastik…
Und wir erzählen von Südafrika, wo es nämlich spitzenmäßig war - möglicherweise haben wir hier das nächste Reiseziel der Beiden festgelegt…

Nach unserer zweiten Nacht haben wir ein Date, denn Freunde aus Deutschland sind auch hier! Wir treffen uns in Bidiya zum Café im Kafka Cafe.

Danach gehts erstmal in den Süden, bis Salalah und an der Küste wieder hoch zu den Wadis.
Aber die Wüste sieht uns ein zweites Mal…

Wüstenbuggytour

Da die gewünschte Unterkunft bei Wadi Shaab ausgebucht ist, fahren wir nochmal nach Bidiya bei Wahiba Sands.
Und wenn wir schon nochmal da sind, wollen wir auch nochmal in die Wüste. Aber wir buchen nicht wieder ein Wüstencamp, denn das war nachts so kalt, und ich will nicht mehr frieren im Urlaub. Es wird eine ganz normale Unterkunft - leider direkt an der Schnellstraße. So ganz glücklich bin ich mit unserer Wahl der letzten Unterkünfte also wirklich nicht…
Hier verbringen wir Silvester - von dem man rein garnichts mitbekommt. Wir fahren für ein schönes Abendessen nach Sur, aber sind schnell müde und stoßen zu zweit im Hotelzimmer an. Mit Wasser natürlich. Und unserem neuen Lieblingsgetränk: Minzlimonade.

Sandsturm neben der Schnellstraße

Ab in die Wüste geht es diesmal mit Fox-Tours, hier buchen wir eine einstündige Buggytour ganz simpel über WhatsApp. Wir nehmen den mit weniger Leistung, das reicht uns. Wir sind insgesamt drei Paare, die diese Tour machen und das Pärchen mit dem stärkeren Motor buddelt sich direkt nach der ersten Düne komplett in Sand ein. Eine riesige Sandfontäne links und rechts sieht von außen spektakulär aus, hat den beiden aber ganz sicher wenig Freude bereitet.
Eine halbe Stunde pesen wir in eine Richtung. Ich bin mit filmen beschäftigt und obwohl ich unbedingt selber auch fahren will scheint mir eine halbe Stunde zurück in dem Moment doch zu viel… Für die letzten 3 Minuten lasse ich die Drohne uns verfolgen und bin wieder beschäftigt mit anderen Dingen als fahren. Aber für die aller letzten 30 Sekunden sitze ich am Steuer und fahre den Buggy zurück zu seinem Parkplatz.

Wadi Bani Khalid

Wir machen einen Ausflug ins Wadi Bani Khalid. Natürlich schaffen wir es nicht auf 8 dort zu sein sondern erst um 11 - und drehen nach nur sehr kurzer Überlegung direkt wieder um. Die Touristen werden Busseweise hier her gekarrt und erreichen das Wadi um genau 11 Uhr um dann in Scharen vor zu wandern. Keine Lust.
Wir erinnern uns an unser Treffen mit unseren Freunden aus Deutschland, die ähnlich wie wir einfach keine Frühaufsteher sind, schon garnicht im Urlaub. Sie sind um zwei gekommen, denn dann sind alle wieder weg. Also fahren wir wieder und kommen um zwei zurück. Tatsächlich, die Busse fahren wieder ab. Also rein ins Wadi.

Der Eintritt ist kostenlos, der Weg entspannt, betoniert, am Wasser entlang. Am Ende kann man in eine Höhle. Ein paar Jungs zeigen mit der Taschenlampe den Weg zum Wasserlauf, der hier durch fließt. Man kann es sehen, aber man kann kaum atmen. Der Sauerstoff ist rar hier drin. Wir gehen wieder raus.
Wollen wir ins Wasser? Ja auf jeden Fall! Jetzt? Hm, ne, irgendwie nicht… so viele Leute, so viel aufgewühlter Dreck. Wir reißen uns zusammen und nehmen uns am nächsten Tag ein frühes aufstehen vor - und sind dann tatsächlich um 8 am Wadi eine der ersten.
Das Wasser ist warm! Es kommt aus heißen quellen, kühlt im Fels nicht ab und gleicht Badewannentemperatur. Herrlich! Wir packen alles in unseren Wasserrucksack und schwimmen bis vorne hin. Wickeln uns dort in Handtücher und verlassen pünktlich um 11 das Wadi, das wieder von Touristenmassen überrannt wird.

Mehr von den Wadis? Dann komm hier lang!

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Ton & Ziegen in Nizwa