Omans Küste
Wir machen uns morgens in Salalah auf den Weg um an der Küste entlang wieder hoch nach Muskat zu fahren. Für den ersten Tag planen wir einen kleinen Ausflug im Wadi Darbat ein. Hier gibts Kamele überall! Und hier gibts dann auch die, die ans Fenster kommen…
Zwischen Salalah und Hasik an der Küste liegt eine Gebirgskette. Hier ist es schön! Hier kann man die Buchten genießen, Kamele sehen und bestimmt wandern! Aber wir fahren in einem durch - und sind später von der wieder langweilig werdenden Küstenstraße etwas enttäuscht.
Unser erster Übernachtungsspot liegt in einer Bucht vor Hasik und ist ein Traum! Da wir sonst immer und überall einkehren konnten um zu essen, Rohkost im Supermarkt echt teuer ist, denken wir garnicht daran uns mehr als Datteln und ein paar Chips zuzulegen um so einen Abend schön ausklingen zu lassen… Nicht so clever. Denn ab jetzt sind Restaurants dünn gesät. In der Regel findet man welche an den Tankstellen. So auch in Hasik.
Für eine Nacht im Zelt muss man mehrere Dinge im Hinterkopf behalten: Die Sonne steht um 4 Uhr schon sehr tief, um 5 ist sie weg und um 6 ist es zappenduster. Hunger hab ich eigentlich erst um 7. Wind kommt auf um 8. Wind kommt auf, weil es an der Küste warm ist, aber in der dahinterliegenden (Schotter)wüste kalt. Eiskalt. Wenn es so windig ist, will man das Zelt nicht mehr alleine lassen. Also entweder man isst vorher gemeinsam gemütlich im Restaurant und fährt dann zum Zeltplatz, den man wiederrum davor ausfindig gemacht haben müsste, denn so von der Straße aus sieht vieles geeignet aus, was sich dann als suboptimal herausstellt. Zum Beispiel, weil alles voll Kamelköttel ist oder es ist uneben oder mit doch sehr vielen Steinen… Oder man baut das Zelt auf, einer fährt essen holen und der andere hält Wache. Wir essen lieber gemeinsam.
Unser Zeltplatz vor Hasik ist auch deswegen so traumhaft, weil hinter ihm keine Wüste liegt, sondern Berge. Wir stehen also im Windschatten!
Ganz in der Nähe von unserer Bucht vor Hasik befindet sich ein eingetragener Zeltplatz, den wir uns zu erst anschauen. Von der Straße aus geht es scharf rechts nach unten an einen Flusslauf umsäumt von Palmen. Sieht super aus, ist schattig, bestimmt windgeschützt - aber leider für ein Zelt auf dem Boden zu uneben und ganz schön voll mit Kötteln und (noch schlimmer) voll mit Moskitos.
Wir finden unseren Platz ein bisschen weiter unten, auf Google eingetragen ist hier ein Spot namens “Pools Beacht”, die Koordinaten sind: 17°21´39.4”N und 55°17`35.0E
Allein sind wir nicht, es lohnt sich also doppelt früher hier zu sein um sich ein Plätzchen zu sichern!
So viel Glück haben wir in den folgenden Nächten nicht mehr.
Der nächste Platz ist zwar ganz schön, auch relativ Windstill, aber nicht direkt am Meer. Ans Meer kann man dort aber wandern, wir haben diese Bucht am nächsten Tag für unsere Katzenwäsche genutzt… ;)
Der Spot liegt bei Ras Madrakah, die schöne Bucht nennt sich auf Google “the Hidden beacht of Ras Madrakah” in die man von den Klippen oben einen schönen Blick hat.
Duqm
Auf dem Weiterweg liegt Duqm. Für die meisten, die ohne Zelt unterwegs sind, der Zwischenstop von Salalah nach Muskat. Wir trafen in Hasik ein Pärchen beim Essen, sie sind morgens in Duqm gestartet und wollten nach dem Essen noch weiter bis nach Salalah. Sie wirken unzufrieden und gestresst. Vermutlich, weil die Strecke doch länger ist als man meint. Und langweiliger.
Wir bleiben in Duqm nur für einen kleinen Spaziergang durch den Rock Garden (findet man auf Google) für den man keinen Eintritt zahlt aber an eine Kopfbedeckung denken sollte. Hier gibt es - oh wunder - nur Steine. Tolle Steine, große Steine, lustig geformte Steine. Kein Schatten.
Aber bei uns geht es weiter mit der Suche nach einem Platz zum Schlafen.
White Sugar Dunes
Die Krönung setzt unser Zeltplatz an den White Sugar Dunes auf. Hier sind wir in großer Gesellschaft. Das Meer ist enttäuschend! Das Wasser grün, der Strand vermüllt, die Dünen obendrein als Toilette der Wildcamper genutzt. Pfui.
Ich hab obendrein Migräne. Daher gibt es auch kaum Aufnahmen von den wirklich weißen Dünen (weiß, bis auf die paar Schandflecken eben). Im Video kann man es bestaunen. Dune Bashing ist möglich.
Es gibt eine Unterkunft direkt am Anfang, heißt Sugar Dunes Beach Resort, kostet etwa 120€/Nacht und war ausgebucht. Wir haben aber das Abendbufet reserviert, fußläufig das Zelt in den Windschatten des Autos gestellt und halbwegs gut geschlafen.
Am nächsten Tag ging es für uns noch in die nächste Bucht, nach Al Khaluf. Hier gibts ne Höhle - und die Möglichkeit an den Strand zu fahren! Die Humrat Cave ist auf Google eingezeichnet und hinter den dort stehenden Ruinen geht es ein bisschen durch seichte Dünen an den großen Strand der White Sugar Dunes - den man entlangfetzen kann! Möwen aufscheuchen inklusive.
Wir haben aber jetzt die Schnauze voll vom Zelten. Drei Nächte hintereinander und ich will heiß duschen, denn nachts ist es echt kühl so mit dem Wind. Wir buchen eine Nacht in der Sea Breeze Lodge. So viel vorne weg: heiß duschen gibts nicht, die Wassertanks auf dem Dach, auf das den ganzen Tag die Sonne knallt, sind wohl einfach nicht gefüllt. Und Strom? Den gibt es von 8 bis 10 am Abend, also nachts. Warum? Ja, weil wir nur “solar power” haben. Ok… Also, solar power gibts für mich tagsüber. Und es erscheint mir hirnverbrannt, dann am Abend für zwei Stunden den Dieselgenerator anzuschmeißen.
Ich bin genervt.
Der Strand vor der Sea Breeze Lodge sieht im ersten Moment mega spektakulär aus. Gesteinsplatten ragen sanft aus dem Wasser heraus und entpuppen sich als feste Sandplatten, die abbrechen, wenn man blöd draufsteht.
Aber der gesamte Küstenstreifen ist zugemüllt. Plastik überall. Und dazwischen tote Fische, große tote Fische, türkis und in allen Farben… Was bringt diese Fische um? Illegale Fischerei? Oder vergiftetes Wasser von den Salzanlagen ein paar Kilometer südlich?
Da ich weder neben Plastikmüll noch neben toten Riesenfischen schwimmen will, bleiben wir an Land und gehen in die Richtung, in die “der” Strand eingezeichnet ist. Vielleicht ist der ja sauber? …nein, ist er auch nicht. Schade. Aber Strand war nur in Salalah wirklich gut zum schwimmen irgendwie. An den restlichen Buchten ist es entweder so vermüllt, dass man nicht mag oder die Strömung so stark, dass man nicht kann. Oder es gibt Menschen, sodass man nicht darf.
Für unsere letzten zehn Tage will ich also vorplanen. Und ich stelle fest, dass wir auf einmal nicht mehr überall alleine sein werden. Die Touristen sind ins Land eingefallen, die erste Januar Woche scheint absolute Hauptsaison zu sein. Unterkünfte sind ausgebucht oder nur noch zu bestimmten und sehr wenigen Nächten verfügbar. Das passt mir ja garnicht in den Kram. Also buchen wir jetzt die wichtigsten Sachen vor und planen drum herum. Suboptimal. Aber das hat man davon, wenn man “alles ganz spontan” haben will.
Sur
Sur liegt an der Küste zwischen den Wadis und der Wüste.
Ich habe ja mittlerweile gelernt, dass jeder Souq so seine Eigenheiten hat. Der in Sur führt in erster Linie Kleidung. Leider nicht in Farben, die mir stehen würden, ansonsten hätte ich mir schon etwas mitgenommen und es mir hinterher an der Nähmaschine angepasst. Töpferware findet man keine.
Bekannt ist diese Gegend in erster Linie für Schildkrötenbeobachtungen. Aber wir lesen fürchterliche Bewertungen auf Tripadvisor und schieben unsere Schildkröten ans Ende unserer Reise. Wir sehen auf den Daymaniyat Inseln mehr als genug!

